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Die Ordination Dr. Leisser und Dr. Nakuz ist nun auch auf Instagram vertreten! Wir sind unter folgendem Link zu finden.
Unser erstes kleines Projekt waren 40 Tage für Knochen- und Schilddrüsengesundheit. Für bessere Übersichtlichkeit und für Personen, die nicht auf Instagram sind, wollten wir Ihnen hier die Möglichkeit geben, unsere kurz und knackig formulierten Punkte zur Knochen- und Schilddrüsengesundheit hier aufzurufen. Zusätzlich haben wir zu jedem Punkt (außer dem letzten) kleine Notizen beigefügt, die das Thema noch etwas vertiefen.
Tag 1: Warum Schilddrüse und Knochen zusammengehören
Schilddrüsenhormone steuern den Knochenstoffwechsel. Zu viel Hormon beschleunigt den Knochenabbau, zu wenig bremst den Aufbau.
Notiz: Während Schilddrüsenhormone steuern den Knochenstoffwechsel in ihrer Funktion als Energie mobilisierende Hormone. Wird zu viel Energie mobilisiert, wird Calcium aus dem Knochen entnommen. Liegt zu wenig Energie vor, kann Knochenaufbau nicht ordnungsgemäß stattfinden.
Tag 2: TSH ist nicht alles
fT3 und fT4 geben wichtige Informationen über den Schilddrüsenhormonstatus. Sie sind die aktiven Hormone, die die Funktion im Körper ausführen.
Notiz: Siehe unseren Blogpost dazu.
Tag 3: Osteoporose kurz erklärt
Osteoporose bedeutet: Die Knochen verlieren Struktur und Stabilität. Dadurch entstehen Brüche leichter.
Notiz: Knochen sind keine soliden oder starren Konstrukte. Mit komplexen Vernetzungen reagieren Sie auf Belastungen, um den Körper ideal zu stützen. Bei der Osteoporose können diese Vernetzungen nicht adäquat aufrecht erhalten werden.
Tag 4: Wer besonders auf die Knochengesundheit achten sollte
Frauen in den Wechseljahren, Menschen unter Langzeitcortisontherapie, Menschen mit Hashimoto, Basedow oder Langzeitschilddrüsentherapie.
Notiz: Zu letzterem Punkt. Bei Patienten mit differenzierten Schilddrüsenkarzinomen wird häufig das Schilddrüsenhormon in einer leichten Überfunktion eingestellt um dem Karzinom den Wachstumsreiz (TSH) zu entziehen. Dies kann bei Menschen, die an einer Osteoporose leiden, nicht gemacht werden.
Tag 5: Calcium – Mehr als Milchprodukte
Grünes Gemüse, Mandeln, Mineralwasser mit hohem Calciumgehalt sind calciumreiche und vegane Alternativen.
Notiz: Der tägliche Calciumbedarf bei Erwachsenen ist etwa 1000 mg, bei Patienten mit Osteoporose jedoch häufig mehr. Besonders Spinat (99mg/100g) und Grünkohl (150mg/100g) haben einen hohen Calciumgehalt. Mandeln (264mg/100g) haben einen höheren Gehalt, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt jedoch lediglich eine Handvoll Mandeln am Tag (etwa 25 Gramm).
Tag 6: Vitamin D3 ist Pflicht
Ohne Vitamin D3 kann Calcium nicht in den Knochen eingebaut werden. Um einen Mangel festzustellen sollte der Vitamin D3 Spiegel im Labor kontrolliert werden.
Notiz: Typischerweise scheint in Europa zu Winterzeiten die Sonne nicht oft/stark genug, damit der Körper Vitamin D3 ausreichend produzieren kann, weshalb in diesen Zeiten besonders aufgepasst werden sollte.
Tag 7: Vitamin K2 als stiller Helfer
Vitamin K2 sorgt dafür, dass Calcium in den Knochen landet und nicht in den Gefäßen. Es unterstützt damit gezielt die Knochengesundheit.
Notiz: Vitamin K2 ist reichlich vorhanden in Käse, Eidotter, Leber und Sauerkraut. Der beste Lieferant sind Natto, japanische fermentierte Sojabohnen (Vorsicht ist aber geboten, der Geschmack ist nicht für jeden).
Tag 8: Magnesium für Muskel und Knochen
Magnesium unterstützt die Vitamin-D-Aktivierung und stabilisiert Muskeln. Gute Muskelkraft reduziert zudem das Sturzrisiko.
Notiz: Der tägliche Bedarf an Magnesium ist etwa 420 mg für Männer und 350 mg für Frauen. Magnesium ist reichlich vorhanden in Samen und Nüssen, sowie Vollkornprodukten, Bitterschokolade und Hülsenfrüchten.
Tag 9: Eiweiß nicht vergessen
Knochen bestehen zu einem wesentlichen Teil aus einer Eiweißmatrix. Zu wenig Protein schwächt langfristig die Knochenstruktur.
Notiz: Der Eiweißbedarf von Person zu Person unterschiedlich und beträgt etwa 0,8g/kg Körpergewicht (z.B. 56g bei 70 kg Körpergewicht).
Tag 10: Überfunktion und Knochenabbau
Eine unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion beschleunigt den Knochenstoffwechsel. Der Abbau überwiegt den Aufbau. Das erhöht das Frakturrisiko.
Notiz: Calcium ist eine gute Quelle an Energie für den Körper und der größte Calciumvorrat im Körper befindet sich in den Knochen, weshalb Osteoporose häufig die Folge einer langen Überfunktion ist.
Tag 11: Unterfunktion und Muskelschwäche
Bei Unterfunktion sinkt oft die Muskelkraft. Weniger Muskelspannung bedeutet weniger Stabilität für Knochen und Gelenke.
Notiz: Wie schon erwähnt ist die Aufgabe der Schilddrüse Energie freizusetzen. Zu wenig Energie macht sich natürlich auch in der Muskulatur bemerkbar, was Stabilitätsprobleme verursachen kann, die besonders im hohen Alter zu häufigeren Stürzen führt.
Tag 12: Wechseljahre und Schilddrüse
Sinkende Östrogenspiegel verstärken den Knochenabbau. Gleichzeitig verändern sich häufig Schilddrüsenwerte. Beides sollte gemeinsam betrachtet werden.
Notiz: Große hormonelle Umstellungen, wie die Wechseljahre, sind auch oft mit dem Auftreten oder schlimmer werden einer Hashimoto Thyreoiditis assoziiert.
Tag 13: Cortisol und Stress
Chronischer Stress erhöht Cortisol. Das hemmt die Umwandlung von T4 in T3 und fördert Knochenabbau. Entlastung ist echte Prävention.
Notiz: Siehe unseren Blogpost zu den Funktionen von T4 und T3.
Tag 14: Die richtige Medikamentendosis
Eine zu hohe Hormondosis kann auf Dauer die Knochendichte reduzieren. Regelmäßige Kontrollen helfen, Übertherapie zu vermeiden.
Notiz: Der Körper verändert sich immer wieder. Ob zunehmendes Alter oder zunehmendes bzw. abnehmendes Gewicht. Die hormonelle Einstellung der Schilddrüse ist nicht eine Sache, die das ganze Leben lang gleich bleiben wird.
Tag 15: Warum Knochen Belastung brauchen
Knochen reagieren auf Druck und Zug. Krafttraining signalisiert dem Körper, stabile Strukturen zu erhalten.
Notiz: Knochen arbeiten ständig, um möglichst stabil zu sein und die tatsächlichen Belastungen des Körpers widerzuspiegeln. Das ist natürlicherweise ein langsamer Prozess. Etwa 10 Jahre braucht es für das gesamte Skelett komplett erneuert zu werden.
Tag 16: Spazieren reicht nicht immer
Gehen ist gesund, setzt aber oft keinen starken Wachstumsreiz für Knochen. Ergänzendes Krafttraining ist entscheidend.
Notiz: Krafttraining kann man mit sehr wenigen Ausnahmen immer machen. Wichtig ist es die richtige Belastung mit dem richtigen Gewicht zu finden. Auch Personen, die kein Kreislauftraining machen dürfen, können oftmals Krafttraining machen.
Tag 17: Kleine Übungen, große Wirkung
Zwei bis drei kurze Krafttrainings pro Woche können die Knochendichte positiv beeinflussen. Kontinuität ist wichtiger als Intensität.
Notiz: Wichtig ist den Reiz für die Knochen und die Muskulatur zu setzen, damit diese sich der Belastung anpassen können. Ein Übertraining ist niemals zielführend.
Tag 18: Gleichgewicht trainieren
Stürze sind eine Hauptursache für Knochenbrüche. Balanceübungen stärken die Koordination und senken das Risiko.
Notiz: Eine einfache Übung ist während dem Zähneputzen auf einem Bein zu stehen. Schon 30 Sekunden auf einem Bein stehen können, verringert das Sturzrisiko beträchtlich.
Tag 19: Bewegung bei Erschöpfung
Auch bei Hashimoto oder Erschöpfungssymptomen ist Bewegung möglich. Die Intensität sollte angepasst werden, nicht die Motivation gestrichen.
Notiz: Wichtig ist eine Kontinuität und gute Gewohnheiten. Mit der richtigen Hormoneinstellung bei Hashimoto normalisiert sich die Erschöpfung zudem meistens.
Tag 20: Regeneration gehört dazu
Muskeln wachsen in der Erholungsphase. Zu viel Training erhöht Cortisol und kann die Hormonbalance belasten. Zwei bewusste Ruhetage pro Woche sind sinnvoll.
Notiz: Während der Regeneration verarbeitet der Muskel die Belastung, die er über das Training erhalten hat und baut entsprechend um, um die Belastung beim nächsten Mal besser zu bewältigen. Wer dem Körper Ruhe entzieht gibt dem Muskel somit keine Chance zu adaptieren.
Tag 21: Darmgesundheit beeinflusst Nährstoffaufnahme
Ein gesunder Darm ist Voraussetzung für optimale Calcium- und Vitaminaufnahme. Chronische Entzündungen verschlechtern die Versorgung.
Notiz: Die Anzahl an Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa steigt in den letzten Jahren deutlich an. Externe Effekte wie Rauchen, fettreiche Diät, aber auch Leben in der Stadt werden als Risikofaktoren für den Anstieg angegeben.
Tag 22: Autoimmunerkrankungen verstehen
Hashimoto ist eine chronische Entzündung. Dauerhafte Immunaktivität kann indirekt den Knochenstoffwechsel beeinflussen.
Notiz: Chronische Entzündungen können durch Stoffe namens Interleukine negativ auf den Knochenstoffwechsel wirken, wobei dies häufiger bei Kranken aus dem Rheuma Formenkreis stattfindet.
Tag 23: Gluten individuell prüfen
Nicht jeder muss glutenfrei leben. Manche Betroffene berichten jedoch über weniger Entzündung und stabilere Werte bei Reduktion.
Notiz: Wer an einer Zöliakie leidet muss sich unbedingt glutenfrei ernähren. Für alle anderen ist es eine freie Entscheidung, wobei auf bei Glutenfreiheit auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden sollte.
Tag 24: Zucker und Entzündung
Ein hoher Zuckerkonsum kann stille Entzündungen fördern und die Darmflora belasten.
Notiz: Zu viel Zucker führt zu einer Vielzahl von Erkrankungen (allen voran Diabetes Typ II), die bei vielen Menschen sonst vermeidbar wären.
Tag 25: Alkohol und Knochen
Regelmäßiger Alkoholkonsum schwächt die Knochenstruktur und stört die Vitamin-D-Verwertung.
Notiz: Alkoholmissbrauch hemmt die Knochenaufbauzellen (Osteoblasten) und hat einen negativen Einfluss auf den Vitamin-D-Stoffwechsel. Außerdem fördert Alkohol eine verstärkte Kalzium-Ausscheidung mit dem Urin.
Tag 26: Knochendichtemessung erklärt
Die DEXA-Messung bestimmt präzise die Knochendichte. Sie ist schmerzfrei und liefert eine klare Einschätzung des Risikos.
Notiz: Während bei der DEXA (dual energy X-ray absorptiometry) Röntgenstrahlen verwendet werden, ist die tatsächliche Strahlendosis bei einer Untersuchung sehr gering und somit bedenkenlos durchzuführen.
Tag 27: Sinnvolle Blutwerte
Vitamin D, Calcium, Parathormon sowie TSH, fT3 und fT4 geben gemeinsam ein gutes Bild.
Notiz: Bei einer Erstbegutachtung sind diese Parameter völlig ausreichend. Sollten zusätzliche Fragen und Verdachtsdiagnosen hinzukommen, können andere Laborwerte unterstützen (z.B. Schilddrüsenautoantikörperbestimmung bei Verdacht auf Hashimoto).
Tag 28: Antikörper im Blick behalten
TPO-Antikörper zeigen die Aktivität bei Hashimoto. Eine hohe Aktivität kann langfristig auch andere Systeme belasten.
Notiz: Der Verlauf einer Hashimoto Thyreoiditis ist sehr unterschiedlich. Manche Patienten haben jahrelang wenig bis kaum Beschwerden. Bei manchen Patienten erfolgt die Hashimoto Thyreoiditis so fulminant, das es anfangs zu einer Überfunktion kommt, bevor eine Unterfunktion übrig bleibt. Große Hormonelle Umstellungen (Schwangerschaft, Wechseljahre, etc.) führen oft zu einem Auftreten/schlimmer werden von Hashimoto.
Tag 29: Medikamentencheck
Kortison, Magensäureblocker und hohe Schilddrüsendosen beeinflussen den Knochenstoffwechsel. Eine regelmäßige Überprüfung ist sinnvoll.
Notiz: Nicht jede Verschreibung von einem Magensäureblocker im Besonderen ist immer sinnvoll und sollte vor allem bei langfristiger Gabe hinterfragt werden.
Tag 30: Individuelle Therapie statt Standardlösung
Jeder Stoffwechsel reagiert anders. Therapie sollte auf Beschwerden, Werte und Lebensstil abgestimmt sein.
Notiz: Gerade bei Schilddrüsenhormonen ist leider häufig Geduld gefordert, da das wichtigste Hormon zur Schilddrüseneinstellung, das TSH, mindestens 8 Wochen braucht um sich auf Änderungen der Medikamentendosis einzustellen.
Tag 31: Sonne bewusst nutzen
15 bis 20 Minuten Tageslicht unterstützen die körpereigene Vitamin-D-Bildung.
Notiz: 15 bis 20 Minuten sind ausreichend, bei freien Unterarmen oder Unterschenkeln. Wenn allein das Gesicht unbedeckt bleibt, muss entweder eine längere Zeit eingehalten werden oder gegebenenfalls Vitamin D3 zusätzlich genommen werden.
Tag 32: Proteinreich frühstücken
Ein stabiles Frühstück hilft dem Blutzucker und unterstützt die Hormonregulation.
Notiz: Ein gut regulierter Blutzucker hilft Heißhungerattacken vorzubeugen für mehr Wohlbefinden und weniger ungesunden Knabbereien zwischendurch.
Tag 33: Calcium clever kombinieren
Calcium sollte zeitlich getrennt von Schilddrüsenhormonen eingenommen werden, da es die Aufnahme beeinträchtigen kann.
Notiz: Calcium kann gut zum Essen eingenommen werden, während Schilddrüsenhormone mindestens 30 min vor dem Frühstück eingenommen werden müssen, um gut aufgenommen zu werden. Wer nur einen Kaffee frühstückt muss noch mehr Abstand zur Schilddrüsenmedikamentengabe halten, da der Magen als Speicher für Nahrungsmittel dient, aber nicht für Flüssigkeiten.
Tag 34: Sturzquellen reduzieren
Lose Teppiche, schlechte Beleuchtung und rutschige Böden erhöhen das Risiko unnötig.
Notiz: Gleichgewicht ist der wichtigste Faktor den man trainieren kann, wenn ein Verbesserung der oben genannten Umstände nicht möglich ist.
Tag 35: Muskeln schützen Knochen
Starke Muskeln stabilisieren das Skelett. Muskeltraining ist indirekter Knochenschutz.
Notiz: Gut trainierte Muskeln und trainiertes Gleichgewicht senken das Risiko für Knochenbrüche enorm, egal in welchem Alter, aber besonders im fortgeschrittenen Alter.
Tag 36: Angst relativieren
Osteoporose bedeutet nicht automatisch Brüche. Wissen und Prävention machen handlungsfähig.
Notiz: Es gibt viele Möglichkeiten der Behandlung der Osteoporose und der Änderung der Lebensgewohnheiten, um das Risiko von Knochenbrüchen zu minimieren.
Tag 37: Geduld mit Hormoneinstellungen
Die richtige Einstellung braucht Zeit. Kleine Anpassungen wirken oft besser als große Sprünge.
Notiz: Hormone werden bedarfsangepasst vom Körper abgegeben. Dieses System wird mit Medikamentengabe nie vollständig nachgemacht werden können, aber meist ist es möglich eine gute Einstellung zu finden, die den Körper ausreichend versorgt und so zu mehr Wohlbefinden führt.
Tag 38: Kleine Schritte zählen
Konsequente Gewohnheiten schlagen kurzfristige Radikalprogramme.
Notiz: Jede gute Gewohnheit, die man etablieren kann, ist kostbar und zu erhalten. Oftmals werden diese guten Gewohnheiten im Verlauf zu Quellen von Kraft, auch wenn sie anfangs mehr Energie bedurften.
Tag 39: Dein persönlicher Gesundheitsplan
Welche Impulse waren hilfreich? Welche willst du langfristig integrieren?
Notiz: Wir sind als Ihre Experten für Schilddrüsen- und Knochengesundheit immer gerne bereit Sie zu unterstützen, Ihren Weg zu finden.
Tag 40: Ostern – Neubeginn statt Rückfall
Gesundheit ist kein Projekt für 40 Tage. Es ist ein Prozess. Nimm die stärksten Gewohnheiten mit in deinen Alltag.
Wir hoffe Sie hatten Freude an unseren 40 Tagen für Knochen- und Schilddrüsengesundheit und konnten sich das eine oder andere mitnehmen.
Herzliche Grüße
Asha Leisser und Thomas Nakuz
